Erschienen in Ausgabe 1-2016Köpfe & Positionen

Trendwenden und Überraschungen

Deutsche Versicherer ziehen Bilanz für das Geschäftsjahr 2015

Versicherungswirtschaft

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Niedrige Zinsen, Druck auf die Kosten, und Fragen der Regulierung prägen derzeit das Bild der Versicherer: In ihren Jahresendgesprächen 2015 zogen die deutschen Versicherer Bilanz für ein Geschäftsjahr, das auf der Schadenseite für Überraschungen gesorgt hat.
Die Gothaer will zur Jahresmitte 2016 zwei neue Produktlinien in der Lebensversicherung auf den Markt bringen. Geplant ist ein Neue-Klassik-Tarif mit klassischem Deckungsstock und endfälliger Garantie sowie ein fondsgebundenes Produkt, das nur teilweise in Sicherungsvermögen anlegt. Ob das Neugeschäft mit klassischen Produkten ganz eingestellt wird, lässt Leben-Chef Michael Kurtenbach offen. Der Lebensversicherer senkt die laufende Verzinsung in der Klassik von 3,1 auf 2,5 Prozent, die Gesamtverzinsung wird dann bei 3,4 Prozent liegen. Damit wird die Gothaer in der Klassik in diesem Jahr wohl unter dem Marktschnitt liegen. Erste Untersuchungen von Morgen & Morgen zeigen, dass über den gesamten Markt die laufende Verzinsung von 3,15 auf 2,84 Prozent sinkt.
Nach vorläufigen Zahlen ist das Neugeschäft der Gothaer Leben um 9,8 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro Beitragssumme gesunken. 80 Prozent dieses Rückgangs resultieren aus dem Einmalbeitragsgeschäft, für das die Kölner die Annahmerichtlinien verschärft haben. Die Bruttoprämie nimmt um 7,3 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro ab. Im gesamten Konzern wird die Gothaer ihr Beitragsniveau von 4,51 Mrd. Euro aber wohl halten. Das Konzernergebnis wird sich trotzdem um 19,1 Prozent auf 140 Mio. Euro verbessern. Das resultiert zum größten Teil aus dem Verkauf des Kölner Verwaltungsgebäudes, das nun geleast ist. Daraus entsprang ein außerordentlicher Ertrag von 100 Mio. Euro.
Die VHV hat ganz entgegen ihrer ursprünglichen Erwartung ihr Rekordergebnis vom Jahr 2014 gesteigert. Die Hannoveraner rechnen mit einem Konzernüberschuss von 103,8 Mio. Euro, die Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter stieg von 2,1 Monatsgehältern auf 2,3. Dass es im vergangenen Jahr so gut lief, lag am Wetterglück, berichtetet Vorstandschef Uwe H. Reuter. Die nächsten Jahre werden stark von den Kosten geprägt sein. Die Einnahmen werden tendenziell sinken, vor allem die Kapitalerträge. Der VHV-Chef will deshalb die Kosten nicht aus den Augen verlieren. Dies sei Voraussetzung dafür, um in die Zukunft investieren zu können. Die Kostenquote der Hannoveraner ist deutlich geringer als im Durchschnitt des Marktes (S. 32).

Ergebnisse unter Zinsdruck

Die Arag vollzog 2015 nach Jahren des Rückgangs eine Trendwende…