Erschienen in Ausgabe 1-2016Märkte & Vertrieb

Digitale Wetter

Wie neue Geschäftsmodelle die Versicherungslandschaft bis 2025 verändern

Von Dr. Stefan Giesecke und Dr. Rolf MeyerVersicherungswirtschaft

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Die nächsten zehn Jahre verändern die Assekuranz mehr, als es die vorherigen 30 Jahre vermochten. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei. Treiber des beschleunigten Umbruchs ist vor allem die Digitalisierung mit der Folge neuer Geschäftsmodelle und verändertes, hybrides Kundenverhalten. Der Margendruck durch den anhaltend schwachen Kapitalmarkt verschärft den Transformationsprozess nochmals erheblich. Auch das Thema Demografie beeinflusst die zukünftige Entwicklung des Versicherungsgeschäfts. So wird es auf der Kundenseite eine signifikante Verschiebung von Zielgruppen geben, intern werden die Versicherer mit erheblichen Recruitingproblemen, vor allem im Vertrieb, konfrontiert werden.
Wie der Versicherungsmarkt im Jahr 2025 aussehen wird, hat das Consulting-Unternehmen Bearing-Point mittels einer Studie zur Transformation in der Versicherungswirtschaft untersucht. Klar ist bereits heute: Kunden verhalten sich anders als bisher, Emotionalisierung kann eine erfolgreiche Antwort hierauf sein. Neue Wettbewerber stellen tradierte Geschäftsmodelle in Frage, der Regulierungsdruck wird anhalten. Die neuen Möglichkeiten von Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung müssen sinnvoll genutzt werden.

Vertriebe in Kompression: Gleiche Kapazität, neue Struktur

Die Assekuranz wird sich in den Kernbereichen Markt, Produkte, Vertrieb, Operations/IT grundlegend transformieren (siehe Tabelle). Im Wesentlichen ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Versicherer um bis zu ein Drittel reduziert, wenige große Konzerne den Markt in der Breite dominieren und sich kleinere Versicherer spezialisieren müssen, z.B. auf fokussierte Kernkompetenzen, Vertriebe, Zielgruppen oder Produkte.
Vertriebskapazitäten wird es auch im Internetzeitalter in fast unverminderter Größe brauchen, jedoch mit neuer Struktur in Bezug auf technologische Ausstattung, Prozess-einbindung, Kanalmix und im Fall der Ausschließlichkeit auch inhaltlich neue Aufgaben rund um die Betreuung rentabler Kunden.
Die Fertigungstiefe wird in Fachbereichen und IT deutlich sinken, Kooperationslösungen z.B. bei Produkten und zentralen Prozessen treten vermehrt auf. Das Thema IT(-Architekturen) ist und bleibt eine Daueraufgabe und wird als kontinuierlicher Prozess verstanden, der sich stärker als heute auf die Integration von (halb-)fertigen Komponenten fokussiert.

Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle auf allen Ebenen

Um ihre strategische Wettbewerbssituation bis ins Jahr 2025 zu verbessern, können Versicherer an…