Erschienen in Ausgabe 1-2016Märkte & Vertrieb

Cat-Bond-Markt im Werden

Credit Suisse mit ILS-transformierendem Lloyd’s Syndikat

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Bei der Benennung neuer Lloyd’s Syndikate hat sich eine Art Numerologie eingebürgert, d.h. die häufig altehrwürdigen Sponsoren versuchen eine Syndikatsnummer zu erhalten, die einer wichtigen Jahreszahl in ihrer eigenen Entstehungsgeschichte entspricht. 1856 war das Jahr, in dem Alfred Escher die Züricher Credit Suisse begründete und dementsprechend hat das neue, von Credit Suisse ins Leben gerufenen Lloyd’s Syndikats Arcus Syndicate die Nummer 1856.
Ab 1. Januar 2016 soll das mit einer anfänglichen Stamp Capacity (jährliches maximales Prämienvolumen für netto) von 90 Mio. Britische Pfund ausgestattete Syndikat seine Arbeit aufnehmen. Die Kapitalisierung kommt von verwalteten Verbriefungsfonds der Credit Suisse. Anscheinend soll das Syndikat als Transformator fungieren, d.h. einerseits klassische Rückversicherung zeichnen, andererseits den eigenen Schutz im Wege von Verbriefungen suchen. Die Stamp Capacity des Syndikats könnte nur die Spitze eines Eisbergs sein: Credit Suisse verwaltet 6,5 Mrd. Dollar an Insurance Linked Securities (ILS) bzw. Cat-Bonds.
Dieser innovative Ansatz dürfte im Vorgriff auf die in Großbritannien anstehende steuerliche Privilegierung von Verbriefungen gewählt worden sein. In seiner 2015er Budgetrede hatte der britische Schatzkanzler George Osborne bereits ein Paket von steuerlichen Erleichterungen angekündigt, die Verbriefungsstrukturen z.B. von den Bermudas nach Großbritannien locken sollen. An konkreten Angeboten für Investoren wird jedoch gefeilt. Zur Debatte steht unter anderem die Möglichkeit der Überwälzung von Gewinnen in künftige Steuerjahre. Erschwert würden dürften solche Bemühungen durch die derzeitige Aversion der EU-Kommission, was nationale Steuerverzichte für bestimmte Begünstigte betrifft (Stichwort „Harmful Taxation“ bzw. „State Aid“).
Dritt-verwaltet wird das Syndikat von Barbican Managing Agency Limited, d.h. es ist kein sich selbst verwaltendes integrated Lloyd’s Vehicle. Die Konstruktion hat den Vorteil, einem Credit Suisse-Vehikel automatisch das Lloyd’s A+ Rating zu verleihen. Sollte es jedoch einmal zu Zwistigkeiten zwischen dem Syndikat und seinen Verbriefungs-Vertragspartnern kommen, so könnte hierdurch der Lloyd’s Central Fund exponiert werden. Derartige Weigerungen der ILS-Märkte, Schäden zu bezahlen, sind nicht allzu selten.

Maklerexpansion wird schwieriger

Makler sein ist kein risikofreies Geschäft. Die Protagonisten benötigen einerseits ebenso wie Risikoträger ein eigenes akzeptables Rating (idealerweise…