Heinz Klaus Mertes
Briefing
Milieu & Management.
Digitalisierung war gestern. Der Begriff, der vergangenes Jahr auf Management-Diskursen und -foren in aller Munde war, hat offenbar seine thematische Großkonjunktur hinter sich. Ein noch dramatischeres Schlagwort dringt vor: „Disruption“ könnte das neue Wort des Jahres werden, geht man danach, was aus den weltmissionarischen US-Gedankenschmieden auch hierzulande in die Strategiepapiere von Konzernlenkern, ihren Stäben und Beratern wandert. Die Formel klingt gefährlich attraktiv, nämlich nach begehrter revolutionärer Neuerung: Eine Idee ändert einfach alles. Ganze Branchen werden zerlegt, traditionelle Märkte gehen unter, neue steigen auf – aufgerissen von innovativen Invasoren, die der „Mut zum Scheitern“ vorantreibt, wie spielerisch auf der vergangenen GDV-Jahrestagung von einem Google-Head zelebriert. Fortschritt – technisch, sozial, ökonomisch – machte immer Tempo, schuf Avantgarden, eliminierte Hierarchien, mobilisierte den Tross, veränderte Führungssysteme und -stile. War es je anders? Unter den Aspekten von Kontinuität, Identität und Umbruch („­Disruption“) finden sich in den Beiträgen des VW-Titel­reports dieser ersten Ausgabe 2016 Aufschlüsse über Stand und Trends der Unternehmensführung und -kultur in den deutschen Versicherungshäusern (ab Seite 12). Sie schließen an eine Reihe von Reports, Dokumentationen und Interviews zu Themen der Unternehmensführung in dieser Publikation an. (http://versicherungswirtschaft-heute.de/vwselections/unternehmensfuhrung/)
In der Rubrik Zur Debatte benennt Zukunftsforscher Dirk Solte die Bedingungen dafür, dass Versicherer nicht zu Getriebenen des Ritts „auf dem digitalen Tsunami“ werden und hat in diesem Zusammenhang „verlorene Ebenen der menschlichen Kognition“ ausgemacht.
Die Pflichtquote in der Besetzung der Aufsichtsräte zum Ende dieses Jahres führt bereits jetzt zu mehr weiblichen Auftritten in den Spitzengremien auch über die Aktien­gesellschaften hinaus. Kommunikativ geführte Unternehmen wissen, wie sehr das Erscheinungsbild von dem seiner Repräsen­tanten nach innen und außen abhängt. Mit der Präsenz von Managerinnen auf den Top-Etagen gewinnt dieser Faktor eine weitere, nicht nur modische Dimension – auch in Rückwirkung auf den Habitus der Herren Kollegen (Szenario Seite ).
Zurück zur Management-Sprache. Zu den guten Vorsätzen zu Beginn eines neuen Jahres kann ja auch Sprachpflegerisches gehören. In der Jahresschlussausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wurde in einem flammenden Beitrag aufgeräumt mit den letztlich Sprachlosigkeit verratenden Leerformeln, die quer durch die Hierarchien deutscher Konzerne Karriere machen. Digitalisierung als Begriff etwa sei inzwischen „derart durchgenudelt, dass er Buzz-Word-Qualitäten erlangt“ habe.
Wir in der VW-Redaktion haben daraus die Konsequenz gezogen und zunächst einmal das Wortgebaren von der „digitalen Heraus­forderung“ auf den Index gesetzt. Für das Modewort „disruptiv“ werden wir eines der reichlich vorhandenen deutschen Synonyma verwenden. Aber ehrlich: Angesichts des Sprachmilieus eines Management- und Businessmagazins ist es nicht leicht, solche puristischen Vorsätze durchzuhalten.
Heinz Klaus Mertes
mertes@vvw.de

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