Erschienen in Ausgabe 3/4-2019Trends & Innovationen

„Quantitative Marker“ als explizite Referenzpunkte quantitativer Arbeitsfähigkeitseinschätzungen bei psychischen Erkrankungen

Von Dr. med. Frank FischerVersicherungsmedizin

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Einleitung

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen behandelnder Ärzte wie auch bestellter Gutachter sind für die Beteiligten oft nicht nachvollziehbar. Meist wird hier eine Einschätzung als Prozentzahl postuliert, deren Zustandekommen aber unklar bleibt – besser wäre, wenn solche Einschätzungen transparent und nachvollziehbar begründet wären. Nachfolgend wird eine Methode beschrieben, die die Überprüfbarkeit von psychiatrischen Arbeitsfähigkeitseinschätzungen mittels „Quantitativer Marker“ erlaubt und so deren Transparenz und Akzeptanz verbessern kann.

„Quantitative Marker“ als explizite Referenzpunkte quantitativer Arbeitsfähigkeitseinschätzungen bei psychischen Erkrankungen Summary

Zusammenfassung

Quantitative Arbeitsfähigkeitseinschätzungen bei psychiatrischen Patienten sind oft nicht nachvollziehbar – hier kann die Explizierung der Angaben, auf die sich die Einschätzung stützt, für mehr Transparenz, Überprüfbarkeit und Akzeptanz sorgen.

Relevant für die Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit sind quantifizierbare Aktivitäten, für die eine ausreichend hohe Eigenmotivation angenommen werden kann und bei denen die Personen an durch Symptomanstiege markierte Leistungsgrenzen stoßen. Die quantitativen Bedingungen, in denen diese Leistungen erbracht werden, lassen sich unter Berücksichtigung des Kontextes in eine Arbeitsfähigkeit (Capacity) übertragen und die festgestellte Arbeitsfähigkeit durch die Explizierung dieser Information referenzieren. Diese für die Einschätzung der quantitativen Arbeitsfähigkeit (Capacity) aus Akten, Anamnese und direkter Beobachtung gewinnbaren Informationen werden „Quantitative Marker“ genannt, weil sie quantitative Leistungsgrenzen markieren.

Summary

EXPLIZITE REFERENZPUNKTE ZUR QUANTIFIZIERUNG DER ARBEITSFÄHIGKEIT

Die Attestierung von Arbeitsfähigkeit beruht implizit oder explizit auf einzelnen, als relevant erkannten Informationen, die aus Sicht des Untersuchers die Arbeitsfähigkeit qualitativ oder quantitativ begrenzen. Manche dieser Informationen sind offensichtlich, nach anderen muss man aktiv und systematisch suchen. Je mehr solcher Informationen sich aus unterschiedlichen Lebensbereichen zusammentragen lassen, desto breiter ist die abschließende Arbeitsfähigkeitseinschätzung abgestützt. Diese Informationen werden nachfolgend „Marker“ genannt, weil sie Meilensteine, Eckpunkte oder Grenzen der Arbeitsfähigkeit „markieren“.

Besonderes Augenmerk gilt dabei den Markern, die etwas über das quantitative Leistungsvermögen aussagen…

Arbeitsfähigkeit · Psychiatrie · quantitative Marker · Capacity · Transparenz · Akzeptanz