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RISIKOFAKTOREN FÜR STERBLICHKEIT NACH HÜFTFRAKTUR

Von Dr. med. Gerd-Marko Ostendorf

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RISIKOFAKTOREN FÜR STERBLICHKEIT NACH HÜFTFRAKTUR

Hüftfrakturen tragen ganz wesentlich zur Morbidität und Mortalität älterer und alter Menschen bei, berichtete Prof. Dr. Armin Sablotzki von der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie am Klinikum St. Georg in Leipzig auf dem 10. Anästhesie-Intensiv-Update-Seminar am 22. und 23. 3. 2019 in Wiesbaden. Geschätzt sterben 10 bis 20 % der Betroffenen innerhalb des ersten Jahres nach der Fraktur, ein großer Teil bleibt behindert.

In einer aktuellen schwedischen Studie (Åhman R et al.; Scientific Reports 2018) wurden Daten des „Swedish PeriOperative Registry (SPOR)“ ausgewertet, und zwar von allen Patienten, bei denen zwischen dem 1. 1. 2014 und dem 13. 12. 2016 eine Hüftfraktur operiert worden war. Insgesamt kamen 14 932 Datensätze in die Auswertung; 66,8 % waren weiblich und knapp zwei Drittel der Patienten über 80 Jahre alt. Mit 82,2 % wurde der weitaus überwiegende Teil der Operationen in Regionalanästhesie-Verfahren durchgeführt, die durchschnittliche Operationszeit betrug 1,1 h. Die 30-Tage-Sterblichkeit der Gesamtkohorte betrug 8,2 % (n = 1.219), die 365-Tage-Sterblichkeit 23,6 % (n = 3.517).

Dabei zeigte sich, dass hohes Alter, männliches Geschlecht und zunehmende ASA-Klassifikation starke Risikofaktoren sowohl für frühe als auch für späte Sterblichkeit nach Hüft-Operationen anzusehen sind. Auch eine verlängerte Behandlungszeit auf einer Post Anaesthesia Care Unit oder die Verlegung auf eine Intensivstation sind mit höheren Risiken assoziiert, während die Anästhesie keinen signifikanten Einfluss ausübt.

In dieser Studie waren nahezu alle Patienten innerhalb des empfohlenen Zeitrahmens von 24 h operiert worden, was zeigt, dass diese Vorgabe in der klinischen Routine umsetzbar ist. In Deutschland werden dagegen ca. 20 % der Patienten später als 24 h nach Aufnahme operativ versorgt (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen: Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2016 „Hüftgelenknahe Femurfraktur mit osteosynthetischer Versorgung“), merkte Sablotzki kritisch an.

Dr. Gerd-Marko Ostendorf, c/o VVW GmbH