Erschienen in Ausgabe 2-2019Köpfe & Positionen

Forum Versicherungsmedizin, Risiko- und Leistungsprüfung auf der Jahrestagung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft e.V.

Von PD Dr. med. Stephan Becher und Dr. Alfred BeilVersicherungsmedizin

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28. März. 2019, Berlin

 

„Den Akku aufladen – Was wir vom Spitzensport lernen können“ war das Thema von Prof. Dr. Ingo Froböse, dem Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der deutschen Sporthochschule Köln, auf der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft in Berlin am 28. 3. 2019.

Vor dem sehr gut besuchten Forum begann Herr Professor Froböse seinen überaus lebhaften und interessanten Vortrag mit dem Geheimnis der Regeneration bei Spitzensportlern. Er unterschied Regeneration (physische und psychische Erholung von den vorausgegangen Strapazen) von Erholung (nachhaltiger Prozess, bei dem man sich ausruht, um wieder zu Kräften zu kommen). Nicht durch „Übertraining“, sondern durch Erholung werden Sportler richtig gut, war sein Credo. Dabei stellt er für das Auditorium folgende Faustformel auf: Für ein Ausdauertraining von der Intensität 70–90 % benötigt der Körper bei aerober Bereitstellung ein Pausenintervall von 24–36 h. Dieses Intervall erhöhe sich bei aerob-laktaziden Kraftausdauertraining auf ca. 48–72 h, mit anaboler Wirkung auf 72–84 h jeweils für eine vollständige Regeneration des Gleichgewichts aller Stoffwechselprozesse. Dabei benötigt der ältere Sportler längere Regenerationszeiten. Durch das Prinzip der Superkompensation kommt es im Laufe des Trainings dann zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Wichtig für jeden Sportler ist die Kenntnis über das „Open-Window-Phänomen“, der immunologischen Lücke nach intensivem Training. Bei der Periodisierung unterschied Froböse die Vorbereitungs- von der Wettkampf- und der Übergangsperiode. So sollten nicht mehr als drei Marathonläufe pro Jahr absolviert werden, um dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben.

Zur Erholung stellte er verschiedene Maßnahmen für Profisportler vor, wie Massagen, Dehnung, Saunieren, Entmüdungsbecken, Entspannungsübungen sowie regenerative Ernährung. Eine große Rolle im Hinblick auf die Regeneration spielt dabei der Schlaf. So gehört zu einem erholsamen Schlaf, das Durchwandern aller Schlafphasen. Häufig vorkommende Schlafstörungen sind auch auf den modernen Lebensstil mit der weiß-blauen Beleuchtung von Displays zurückzuführen. Auch stellen bewegte Fernsehbilder und Displays Faktoren dar, die sich negativ auf ein ruhiges Einschlafen und damit ausreichender Erholung auswirken. Deshalb sollte eine Stunde vor dem Zubettgehen auf Mobile Devices verzichtet werden. Auch sollte jeder Arbeitende regelmäßige aktive…