Erschienen in Ausgabe 2-2019Köpfe & Positionen

Buchbesprechung - Die Begutachtung für die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Von Dr. med. Gerd-Marko OstendorfVersicherungsmedizin

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Die Begutachtung für die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Von Wolfgang Hausotter und Kai-Jochen Neuhaus

(VVW GmbH, Karlsruhe, 2. Aufl. 2019, XVIII und 351 S., 75 Abb., brosch., ISBN 978-3-89952-767-4, 49 Euro)

Das vorliegende Werk soll sowohl medizinischen Gutachtern als auch Sachbearbeitern in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung als Leitfaden und handliches Nachschlagewerk dienen, sich über entsprechende Fragestellungen und Probleme bei der Begutachtung in diesem speziellen Versicherungsbereich kurzfristig zu informieren. Es beschreibt, so die Autoren einleitend, „sowohl die allgemeinen rechtlichen Grundlagen als auch grundsätzliche Aspekte dieser speziellen Begutachtungsproblematik und geht auf regelmäßig für die Begutachtung relevante Krankheitsbilder ein“.

Diesen Ansprüchen wird das Buch durchweg gerecht, zumal es sich bei den beiden Autoren um hochqualifizierte Experten handelt: Hausotter ist als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie seit vielen Jahren als zertifizierter Gutachter tätig und hat mehrfach sehr interessante Beiträge dazu in dieser Zeitschrift veröffentlicht; Neuhaus ist Fachanwalt für Versicherungsrecht und gilt als einer der wenigen Spezialisten im Berufsunfähigkeitsrecht. Zudem werden die Ausführungen zur Begutachtung der einzelnen Krankheitsbilder durch zahlreiche instruktive Kasuistiken ergänzt.

Einschränkend ist lediglich anzumerken, dass sich das ausführlich abgehandelte Krankheitsspektrum fachspezifisch im Wesentlichen auf die Bereiche Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik (einschließlich psychischer Störungen nach einer HWS-Distorsion) beschränkt. Aber auch dem aktuellen Thema der Begutachtung von Menschen mit Migrationshintergrund ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Hier als Beispiel die Ausführungen zur gutachtlichen Bewertung von Demenzen (S. 163; die Ausführungen zu anderen Krankheitsbildern sind durchweg weit umfangreicher):

„Fortgeschrittene Demenzen stellen naturgemäß kein Problem in der Beurteilung dar und an einem aufgehobenen Leistungsvermögen besteht kein Zweifel.

Problematisch ist dagegen oft die Bewertung der Frühformen, die sich in uncharakteristischen Befindlichkeitsstörungen äußern können und häufig mit neurasthenischen Versagenszuständen verwechselt werden.

Eine sorgfältige körperliche Untersuchung auf neurologischem und internistischem Gebiet ist hier vorrangig, auch eine entsprechende neurologische Testdiagnostik und der Einsatz bildgebender Verfahren, am zweckmäßigsten eine MRT-Untersuchung…