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Bis zu 80 % der Fußamputationen bei Diabetes sind vermeidbar

Von Dr. med. Gerd-Marko Ostendorf

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BIS ZU 80 % DER FUSSAMPUTATIONEN BEI DIABETES SIND VERMEIDBAR

Jedes Jahr werden in Deutschland bei mehr als 40.000 Patienten Füße bzw. häufig sogar Beine amputiert, ganz überwiegend wegen Diabetes mellitus. Durch eine konsequente Prävention von Ulcera cruris und die rechtzeitige Therapie von Gefäßverschlüssen ließen sich bis zu 80 % dieser Amputationen vermeiden, erklärten Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) auf dem 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vom 26. bis 29. 3. 2019 in München.

In Deutschland sind mehr als 6 Mio. Menschen an Diabetes erkrankt. „Eine gefürchtete Folgeerkrankung der Stoffwechselstörung sind Fußgeschwüre, aus denen sich häufig chronische Wunden entwickeln“, berichtete Prof. Dr. Matthias Anthuber, Präsident der DGCH und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie sowie Leiter des Transplantationszentrums am Klinikum Augsburg. Jeder vierte Diabetiker entwickelt im Laufe seines Lebens ein solches diabetisches Fußsyndrom, dessen Behandlung etwa 20 % der Krankenhauseinweisungen und 50 % aller Krankenhaustage bei Diabetespatienten verursacht.

Zugleich ist das diabetische Fußsyndrom die mit Abstand häufigste Amputationsursache. „Mit über 40.000 Amputationen pro Jahr liegt Deutschland hier seit vielen Jahren leider europaweit im oberen Bereich“, kritisierte Prof. Dr. Dittmar Böckler, Präsident der DGG. „Doch mit den richtigen Maßnahmen könnte die Amputationsrate um bis zu 80 % gesenkt werden“, betonte der Ärztliche Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Um Amputationen zu vermeiden, sei es entscheidend, rechtzeitig die arterielle Durchblutung des betroffenen Beines zu verbessern. „Dafür stehen Bypassoperationen und katheterbasierte minimalinvasive Verfahren zur Verfügung, die beide in sogenannten Hybrideingriffen überaus effektiv kombiniert werden können“, erläuterte Böckler.

Welches Verfahren am Ende infrage kommt, muss individuell für jeden Patienten anhand dessen Risikoprofils von einem interdisziplinären Behandlungsteam entschieden werden. In einem solchen Team sollten Gefäßchirurgen vertreten sein, aber auch Angiologen, Radiologen, Hausarzt oder Diabetologe, Orthopäden sowie nicht ärztliche Assistenzberufe wie Podologen, Fachpflege für Wundbehandlung, orthopädische Schuhmachermeister bis hin zu Schmerztherapeuten und Psychologen. „Wir empfehlen jedem Diabetespatienten mit…