Erschienen in Ausgabe 2-2019Schlaglicht

Alles auf eine Karte

„Meine Gesundheit“ ist als erste elektronische Patientenakte vor zwei Jahren gestartet. Welche Vorteile zeigt die E-Health-Plattform in der Praxis?

Von Ina SchneiderVersicherungsmedizin

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Das für dieses Jahr angekündigte eHealth Gesetz 2.0 verpflichtet die gesetzlichen Krankenkassen, ihren Versicherten bis Ende 2021 eine digitale Patientenakte anzubieten. Damit sollen alle Versicherten künftig über ihre Smartphones und Tablets Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten erhalten. Bereits im eHealth Gesetz von 2016 wurden dabei bestimmte Kerninhalte definiert, die sich in den aktuell genutzten Akten als Mindeststandard etabliert haben wie elektronische Patientenakte und Patientenfach, wo wichtige elektronische Dokumente wie Arztbriefe, Krankenhausbehandlungen, Impfausweis etc. hinterlegt sind, Medikationsplan, Notfalldaten wie Blutgruppe, Allergien und Unverträglichkeiten etc. oder die Möglichkeit von Videosprechstunden mit Ärzten.

Zwar gibt es für die Privaten Krankenversicherer keine gesetzliche Verpflichtung, ihren Kunden eine digitale Patientenakte zur Verfügung zu stellen. Dennoch sind in Deutschland die PKV-Unternehmen dabei Vorreiter: So bieten UKV und BK ihren Kunden das ePortal „Meine Gesundheit“ an. Das Portal betreiben die beiden Krankenversicherer der Konzern Versicherungskammer gemeinsam mit ihren Partnern, Debeka, AXA und HUK, die damit rund die Hälfte der privat Krankenversicherten abdecken. Im ePortal kommen Kunde, Arzt und Versicherungsunternehmen unter Wahrung höchster Sicherheitsstandards zusammen; gleichzeitig erhalten Kunden dort zahlreiche nützliche Anwendungen und Zusatzservices.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der elektronischen Gesundheitsakte zur einrichtungsbezogenen, arztgeführten ePA ist die alleinige Verfügungsgewalt des Patienten über seine Akte und damit seine medizinischen Daten. Bei der eHealth Akte – „Meine Gesundheit“ entscheidet allein der Patient, wer welche Daten in seiner Akte speichert, ändert und wer welche Informationen einsehen und nutzen darf. Das gilt auch für die Angebote der Versicherer, über die der Patient und Kunde allein entscheidet.

Ein paar Beispiele: In „Meine Gesundheit“ können wir Kunden auf Wunsch gezielt und individuell beim Gesundbleiben unterstützen, etwa mittels individueller Beratung oder kundenspezifischer Prävention. Stehen Operationen bevor, dann unterstützen unsere Experten bei der Suche nach dem besten Arzt oder Krankenhaus; bei Bedarf sind auch Telefon- oder Online-Sprechstunden mit Ärzten jederzeit möglich. Diabetes- und Tinnitus-Patienten können ihre Therapien längst via App steuern und im Fall von Demenz oder nach einem Unfall sorgt eine elektronische Patientenverfügung für die…