Erschienen in Ausgabe 2-2019Köpfe & Positionen

14. DGK-KARDIOLOGIE UPDATE-SEMINAR AM 15. UND 16. 2. 2019 IN WIESBADEN

Von Dr. med. Gerd-Marko OstendorfVersicherungsmedizin

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14. DGK-KARDIOLOGIE UPDATE-SEMINAR AM 15. UND 16. 2. 2019 IN WIESBADEN

Therapie der chronischen Herzinsuffizienz – eine Erfolgsgeschichte

Die neuroendokrine Antagonisten-Therapie der chronischen Herzinsuffizienz ist „eine Erfolgsgeschichte der Kardiologie“, erklärte Prof. Dr. Michael Böhm vom Universitätsklinikum des Saarlandes, Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin – auf dem 14. DGK-Kardiologie Update-Seminar am 15. und 16. 2. 2019 in Wiesbaden. Sie hat zu einer Reduktion der Sterblichkeit, insbesondere der kardiovaskulären Sterblichkeit, sowie der Hospitalisierung aus kardiovaskulären Gründen bzw. wegen einer Herzinsuffizienz um jeweils mehr als 50 % geführt.

Das ist besonders wichtig, da die chronische Herzinsuffizienz weltweit immer noch eine besonders hohe Mortalität und Morbidität (sowie Hospitalisierungsrate) aufweist und 1 bis 2 % der erwachsenen Bevölkerung betrifft. Sie ist der häufigste Krankenhausaufnahmegrund in Deutschland und beansprucht große ökonomische Aufwendungen des Gesundheitssystems.

Hier die wesentlichen aktuellen Erkenntnisse:

  • Wie in einer neuen Netzwerk-Metaanalyse gezeigt wurde, sind die günstigsten medikamentösen Kombinationen Sacubitril/Valsartan plus Betablocker plus Mineralokortikoide und Renin-Angiotensin-System-Inhibitoren plus Mineralokortikoide plus Ivabradin (Hospitalisierungsendpunkte).
  • Patienten nach einer Dekompensation sollten ausreichend und unter Inkaufnahme einer ausreichenden Zeitspanne rekompensiert werden.
  • Eine klinisch ausreichende Rekompensation ohne residuelle Ödeme oder Symptome ist notwendig, um eine Rehospitalisierungsrate in der „vulnerablen Phase“ zu verhindern.

Weiter weisen erste Studiendaten darauf hin, dass eine evidenzbasierte Herzinsuffizienztherapie bereits im Krankenhaus begonnen werden sollte, um eine frühere Endpunktreduktion zu erzielen. Die Patienten, die sich nach sechs Monaten mit ihrer Ejektionsfraktion so bessern, dass sie formal außerhalb der initialen Indikation einer vollständigen Therapie (EF > 40 %) fallen, sollten auf jeden Fall weiter behandelt werden, da etwa 50 % der Patienten sich erneut verschlechtern können und der Ausgang nach Wiederbeginn einer erneuten intensiven Herzinsuffizienztherapie unklar ist.

Komorbiditäten sind bei Herzinsuffizienz-Patienten zu beachten und gegebenenfalls (bisher ohne Evidenz) intensiv zu behandeln, da sie bis zu 50#% des Sterberisikos ausmachen. Bei der häufigsten Komorbidität des Diabetes mellitus und…