Erschienen in Ausgabe 1-2019Köpfe & Positionen

Notizen vom Tage Neue Erkenntnisse zu Mortalität und Morbidität Internistischer Erkrankungen

– 13. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 9. und 10. 11. 2018 in Mainz –

Von Dr. med. Gerd-Marko OstendorfVersicherungsmedizin

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Abnehmende Mortalität bei rheumatoider Arthritis

 

Die Effekte einer verbesserten Diagnostik der rheumatoiden Arthritis (RA), besonders aber auch der Therapie in den letzten 10 bis 15 Jahren finden nur allmählich, aber doch von Jahr zu Jahr zunehmend Ausdruck in einer geringeren Mortalität, berichtete Prof. Dr. Markus Gaubitz von der Akademie für Manuelle Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster auf dem 13. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 9. und 10. 11. 2018 in Mainz.

Bis zum Jahrtausendwechsel war unbestritten, dass RA-Patienten eine deutlich verminderte Lebenserwartung aufwiesen. Durch verbesserte Diagnostik, Therapiekonzepte und neue Therapeutika, insbesondere die Biologika, ist seit etwa dem Jahr 2000 eine ständige Verbesserung des Zustands und Verminderung der mittleren Krankheitsaktivität bei RA-Patienten belegt (u. a. in der Kerndokumentation der Rheumazentren 2016).

So war auch zu erhoffen, dass sich die krankheitsassoziierte frühere Mortalität rückläufig zeigte. Während dieser Effekt im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch nicht nachzuweisen war, zeigen die jetzt publizierten Untersuchungen doch eine deutliche Tendenz zur Angleichung der Mortalität von RA-Patienten an die Allgemeinbevölkerung:

Eine populationsbasierte Kohortenstudie aus Kanada (Lacaille D et al.; Rheum A. Dis 2017) schloss 24.914 Patienten mit neu diagnostizierter rheumatoider Arthritis ein; diese Patienten wurden in eine frühere Kohorte (Krankheitsbeginn 1996–2000) und eine späte Kohorte (Krankheitsbeginn 2001–2006) getrennt. Das Sterblichkeitsrisiko unterschied sich sowohl allgemein wie auch bzgl. kardiovaskulärer Erkrankungen sowie der Sterblichkeit durch Malignome. Eine signifikant erhöhte Sterblichkeit fand sich allerdings nur in der frühen Kohorte zwischen 1996 und 2000 (Hazard Ratio/HR 1,4; 95 % Konfidenzintervall/CI 1,3–1,51), während die Kohorte 2001–2006 keine erhöhte Sterblichkeit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mehr aufwies (HR 0.9795; 95 % CI 0,89–1,05).

Bestätigt wurden diese Ergebnisse auch durch eine Untersuchung von RA- Patienten aus dem Olmstedt-County, Minnesota (Myasoedova E et al.; J Rheumatol 2017). Erfasst wurden Patienten mit neu diagnostizierter rheumatoider Arthritis zwischen 1980 und 2007. Patienten, deren Erkrankung zwischen 2002 und 2007 neu diagnostiziert worden war, hatten eine signifikant geringere kardiovaskuläre Mortalität über 10 Jahre (2,7 %; 95 % CI 0,6–4,9) wie auch Sterblichkeit durch koronare Herzerkrankung…