Erschienen in Ausgabe 1-2019Trends & Innovationen

Die neue Nationale Versorgungsleitlinie Asthma bronchiale – Pädiatrische Aspekte –

Von Dr. med. Thomas SpindlerVersicherungsmedizin

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VORBEMERKUNG

Seit 2003 werden unter der gemeinsamen Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sogenannte „Nationale Versorgungsleitlinen“ (NVL) erstellt. Die Koordination des NVL-Programms obliegt dem ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Ziel des NVL-Programms ist die Entwicklung und Implementierung sektorenübergreifender Leitlinien zu ausgesuchten Erkrankungen hoher Prävalenz unter Berücksichtigung der Methoden der evidenzbasierten Medizin. Insbesondere sind Nationale Versorgungsleitlinien inhaltliche Grundlage für die Ausgestaltung von Konzepten der strukturierten und integrierten Versorgung bei häufigen chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Chronische Herzinsuffizienz, Chronische KHK, oder Typ-2-Diabetes im Rahmen der Disease-Management-Programme (DMPs).

Im folgenden Artikel soll die neue, 2018 erarbeitete NVL Asthma bronchiale speziell unter pädiatrischen Aspekten beleuchtet werden.

 

Leitlinien sind keine Richtlinien

Leitlinien sind systematisch entwickelte Empfehlungen. Sie sollen Ärzte bei Entscheidungen über angemessene Maßnahmen der Krankenversorgung unter spezifischen medizinischen Umständen unterstützen.

Empfehlungen von Leitlinien müssen nicht unter allen Umständen genutzt werden. Entscheidung werden unter Berücksichtigung des individuellen Patienten und der verfügbaren Ressourcen getroffen.

Richtlinien sind Handlungsregeln einer gesetzlich, berufsrechtlich oder standesrechtlich legitimierten Institution, die verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen kann.

Richtlinien unterscheiden sich also im Hinblick auf Verbindlichkeit deutlich von „Leitlinien“ und sind deshalb eher als Behandlungsempfehlungen bzw. als „Leitplanken“ und Hilfestellung zu verstehen.

 

Empfehlungsgrade in der NVL

Die Empfehlungsgrade in Leitlinien werden in Konsensusprozessen erarbeitet. Hier gehen neben den wissenschaftlichen Evidenzgraden auch die klinischen Erfahrungen und die Übertragbarkeit auf den Patientenalltag ein.

Während in den bisherigen NVL-Auflagen nur Positivempfehlungen und neutrale Empfehlungen benutzt wurden, werden in der Neuauflage der NVL Asthma 2018 auch klare Negativempfehlungen ausgesprochen. Höchster Empfehlungsgrad ist positiv „soll“ und negativ „soll nicht“.

Tabelle 1: Empfehlungsgrade der NVL Asthma 2018
Tabelle 1: Empfehlungsgrade der NVL Asthma 2018

Die neue Nationale Versorgungsleitlinie Asthma bronchiale

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