Erschienen in Ausgabe 3-2018Politik & Regulierung

Welche Patienteninformationen sollten Heilberuflern zur Verfügung stehen, um die Arzneimitteltherapiesicherheit nicht zu gefährden?

Von Prof. Dr. rer. physiol Martina HahnVersicherungsmedizin

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HINTERGRUND

Eine Kooperation zwischen Arzt und Apotheker wird durch das Fehlen an Patienteninformationen, insbesondere im ambulanten Sektor deutlich erschwert.

Bislang gibt es keine Untersuchungen (pubmed Suche „pharmacist“ AND „role“, „pharmacist“ AND „data“, „pharmacist“ AND „patient information“), die untersucht hätten, welche Patienteninformation essentiell für eine optimale pharmazeutische Empfehlung auf Anfrage des Arztes im Krankenhaus erforderlich wäre. Das Risiko, dass Empfehlungen abgegeben werden, wenn Apotheker und Ärzte gemeinsam einen Patienten beraten möchten, ist hoch, wenn Informationen unvollständig sind. Gleiches ist z. B. auch für Labormediziner bekannt, die therapeutic drug monitoring befunden und nur wenige Informationen zum Patienten zur Verfügung haben. Entsprechend wird von der AGNP-Leitlinie ein Anforderungsbogen empfohlen, der bestimmte Daten enthält, damit eine Befundung erfolgen kann [1].

So wurden in einer Studie bei 92 % der Arzneimittelverordnungen (n=406) nach stationären Behandlungen Fehler von öffentlichen Apothekern (n=44) gefunden [2]. Bei 31 % wurden Diskrepanzen zwischen der Entlassmedikation und der vorliegenden Verordnung gefunden, bei 34 % wurden administrative Fehler auf dem Rezept festgestellt, bei 35 % war eine ausführliche Patientenedukation zu den verordneten Arzneimitteln nötig. Besonders an Schnittstellen ist ein Austausch von Informationen zwischen Heilberuflern wichtig, es wird daher auch von der amerikanischen Joint Commission empfohlen, dass die Patienteninformationen zur Vermeidung von Medikationsfehlern allen Heilberuflern zugängig gemacht werden sollten [3].

Um den Patienten angemessen zu beraten, bzw. Fehler bei der Entlassmedikation festzustellen, sind jedoch bereits einige nicht auf dem Rezept enthaltene Informationen erforderlich, die auch der Patient nicht immer beantworten kann (z. B. Einnahmevorschrift, Komedikation, Komorbidität, Diagnose).

Dabei ist es mehrfach nachgewiesen, dass durch eine gelungene Kollaboration ein Benefit für den Patienten entsteht, die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht wird und dadurch weniger unerwünschte Arzneimittelwirkungen entstehen [4, 5, 6, 7, 8].

METHODE

In einer Studie in der Vitos Klinik Eichberg wurde erhoben, welche Patientendaten zur Beantwortung von ärztlichen Anfragen von der klinischen Pharmazeutin benötigt werden, um eine konkrete Empfehlung bezüglich sicherer Arzneimitteltherapie geben zu können.

Dazu wurden alle E-Mails an die klinische Pharmazeutin…

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