Erschienen in Ausgabe 4-2018Köpfe & Positionen

Notizen vom Tage: Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) vom 14. bis 17.4.2018 in Mannheim

Von Dr. med. Gerd-Marko OstendorfVersicherungsmedizin

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Roboter in der Pflege – eine Vision der nahen Zukunft

Über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen der Robotik in der Kranken- und Altenpflege berichtete Prof. Dr. Elisabeth André, Inhaberin des Lehrstuhls für Multimodale Mensch-Technik-Interaktion am Institut für Informatik der Universität Augsburg.

Roboter, die den Menschen bei unterschiedlichen Aufgaben unterstützen oder einfach nur zur Unterhaltung dienen, dringen immer mehr in die Alltagsbereiche von Nutzerinnen und Nutzern vor. Diese Entwicklung zeichnet sich aufgrund des demografischen Wandels vor allem im Bereich der Pflege ab. Vor allem in Japan werden Pflegeroboter bereits sehr erfolgreich in der Altenpflege eingesetzt, aber auch in Europa findet dieses Thema zunehmend Beachtung.

Bei älteren Menschen ist die Akzeptanz zwar geringer als bei jüngeren. Dennoch zeigen Umfragen, dass immer mehr Seniorinnen und Senioren dem Einsatz von Pflegerobotern positiv gegenüberstehen. Beispielsweise konnten sich bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage, welche im April 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt wurde, 83 % der Befragten grundsätzlich vorstellen, im Alter einen Service-Roboter in ihrem eigenen Zuhause zu nutzen, um dort länger wohnen zu können.

In der Pflege können Roboter in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen: Dazu gehören körperliche Aufgaben wie das Aufräumen und Putzen der Wohnung oder Hilfe bei persönlicher Hygiene, aber auch kognitive Aufgaben wie das Erinnern an Medikamente, oder soziale Aufgaben wie das Erzählen von Geschichten. Die vom Roboter erbrachte Unterstützung kann älteren Menschen u. a. ermöglichen, länger zu Hause ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Sozial interagierende Roboter unterscheiden sich von reinen Servicerobotern dadurch, dass sie während der Ausführung von Diensten Verhaltensweisen zeigen, die an der zwischenmenschlichen Kommunikation orientiert sind. So würde eine sozial interagierende Hebehilfe eine Person nicht nur umlagern, sondern beispielsweise auch „mitfühlend“ nachfragen, ob die Person nun bequem liegt.

Anzumerken ist, dass die Interaktion nicht unbedingt in natürlicher Sprache erfolgen muss. In einigen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, ausschließlich über soziale und emotionale Hinweise mit einem Artefakt zu interagieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die mit einem weichen Fell ausgestattete „Kuschelrobbe“ Paro, die mittels Sensorik auf Berührungen und Geräusche von Nutzern…