Erschienen in Ausgabe 3-2018Köpfe & Positionen

Buchbesprechung Fehler in der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Fallbeispiele und deren rechtliche Konsequenzen

Von Uwe Heyll und Dr. Wolfgang ReuterVersicherungsmedizin

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Von Hans Lippert (Hrsg.) (Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart 2017, 232 S. ISBN 978-313-199-4813, 149,99 Euro)

 

Das Thema „Behandlungsfehler“ gerät immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Grund hierfür ist nicht allein eine zunehmend kritische Einstellung vieler Patienten. Auch Regressforderungen von Krankenversicherungen und anderen Kostenträgern spielen eine wichtige Rolle. Krankenhäuser sind heute gehalten, ein aktives Fehlermanagement zu betreiben. Die Chirurgie verdient in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit, denn hier sind Fehler nicht allein das Resultat von Aufklärungsfehlern, Diagnose- oder Dokumentationsversäumnissen oder Fehlentscheidungen bei der Wahl der Therapie- bzw. der Operationsmethode. Gleichermaßen bedeutsam sind die praktischen Fähigkeiten des Chirurgen und die Sorgfalt bei der Ausführung des Eingriffs. Die Fallstricke, die sich dabei auftun, sind in Leitlinien und Lehrbüchern nicht unbedingt zu finden. Diese Lücke schließt für den Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie ein Buch, das unlängst im Thieme-Verlag erschienen ist. Herausgeber ist Professor Dr. Hans Lippert, der bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universitätsklinik Magdeburg war. Lippert hat sich u. a. durch ein umfangreiches chirurgisches Darmkrebsregister profiliert und er ist noch heute in Gremien der Bundesärztekammer und bei Klinikbegehungen für die Einhaltung der Qualitätsstandards im Zusammenhang mit dem Transplantationsgesetz tätig.

Sein Buch erörtert zunächst allgemeine Aspekte in der Entstehung von Behandlungsfehlern, um dann die einzelnen Organbereiche systematisch abzuhandeln. Gesonderte Kapitel widmen sich der perioperativen Behandlung dementer und alter Patienten sowie der Wundversorgung und der Anlage venöser Portsysteme. Die Kapitel zeichnen sich aus durch eine übersichtliche und knappe Darstellung. Ergänzt wird diese durch Fallbeispiele, besondere Hinweise und die Betrachtung juristischer Konsequenzen. Dies ermöglicht dem Leser eine schnelle aber gleichwohl gründliche Orientierung. Das Buch ist nicht allein für jeden praktisch tätigen Chirurgen empfehlenswert. Es ist zudem eine ausgesprochen hilfreiche Grundlage bei der Erstellung von Gutachten über Behandlungsfehler in der Chirurgie.

 

Die Rezensenten, Dr. Uwe Heyll und Dr. Wolfgang Reuter, sind als beratende Ärzte für das Leistungsmanagement der ERGO-Versicherungsgruppe in Köln tätig.