Erschienen in Ausgabe 1-2018Trends & Innovationen

Notizen vom Tage

Von Dr. med. Gerd-Marko OstendorfVersicherungsmedizin

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

CHECKPOINT-INHIBITOREN IN DER KREBSTHERAPIE

In absehbarer Zeit werden auch in Deutschland mindestens sechs verschiedene Immuncheckpointantikörper (sogenannte Checkpoint-Inhibitoren) zur Therapie maligner Erkrankungen zur Verfügung stehen (Ipilimumab, Nivolumab, Pembrolizumab, Atezolizumab, Durvalumab und Avelumab), berichtete Prof. Dr. Hans-Georg Kopp von der Medizinische Klinik II am Universitätsklinikum Tübingen auf dem 12. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 1. und 2. 12. 2017 in Wiesbaden. Weitere sind in klinischer Entwicklung.

Als weitere wichtige Trends nannte er:

  • Vorrücken der bereits eingesetzten Substanzen in die erste Behandlungslinie,
  • Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren in der kurativen Behandlungssituation (neoadjuvant oder adjuvant),
  • Prüfung aller denkbaren Wirkstoff-Kombinationen (Immunonkologika miteinander, Immunonkologika mit Chemotherapie, Immunonkologika mit zielgerichtet wirksamen sogenannte Small Molecules) im Rahmen klinischer Studien – und damit einhergehend womöglich eine Zunahme der Inzidenz von sogenannten Immunerelated Adverse Events und von neuartigen unerwünschten Arzneimittelwirkungen.                

CHEMOTHERAPIE BIS ZUM LEBENSENDE?

Die Verabreichung von Chemotherapien bei Patienten mit metastasierten Tumorerkrankungen am Lebensende ist oft ineffizient und toxisch, erklärte Prof. Dr. Karin Jordan von der Medizinischen Klinik V, Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, am Universitätsklinikum Heidelberg auf dem 13. Onkologie-Update-Seminar am 16. und 17. 2. 2018 in Mainz. Trotzdem wird sie oft durchgeführt.

Sie berichtete über eine aktuelle französische Studie von Rochigneux P. et al. (Ann Oncol 2017), in der Faktoren ermittelt werden sollten, die mit der Gabe von Chemotherapien bis zum Lebensende assoziiert sind. Ziel war es, Situationen und Konstellationen zu identifizieren, in denen Patienten oft überbehandelt werden.

Zu diesem Zweck wurden Registerdaten von insgesamt 279.846 stationär behandelten Patienten im Alter von mindestens 20 Jahren erhoben, die im Zeitraum zwischen 2010 und 2013 an metastasierten soliden Tumoren in Frankreich verstorben sind. Im letzten Monat vor dem Tod erhielten 19,5 % aller Patienten eine Chemotherapie, 11,3 % davon noch während der letzten beiden Lebenswochen.

Zu den Faktoren, die mit niedrigeren Raten für Chemotherapie assoziiert waren, zählen das weibliche Geschlecht, fortgeschrittenes Alter und eine hohe Anzahl chronischer Komorbiditäten. Patienten mit chemosensitiven Tumoren, vorwiegend Hoden…