Erschienen in Ausgabe 1-2018Gesellschaft & Verantwortung

Lebererkrankungen – Was in der Risikoprüfung essentiell ist

Von PD Dr. med. Stephan BecherVersicherungsmedizin

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Summary

ZUSAMMENFASSUNG

Im Underwriting gehören Leberwerterhöhungen zu den alltäglichen Herausforderungen. Es gilt harmlose Erhöhungen von ernsten Erkrankungen präzise abzugrenzen. Dazu gehören u. a. virale Hepatitiden, aber auch seltenere teilweise schwere Lebererkrankungen wie autoimmune Hepatitis, PBC (primär biliäre Zirrhose) und PSC (primär sklerosierende Cholangitis). Es werden die differentialdiagnostischen Überlegungen und Diagnosemöglichkeiten vorgestellt.

SUMMARY

Liver diseases – what´s important to know for medical underwriting

Elevated liver enzymes are very often in the daily work of an underwriter. It is necessary for every underwriter to differ harmless reasons from sever illnesses, for ex. viral hepatites, but also rare severe diseases as autoimmune hepatitis, primary biliary cirrhosis, primary sclerosing cholangitis. In this article you will find thoughts of diagnosis and differential diagnoses.

EINLEITUNG

Leberwerterhöhungen sind beim Zeichnen von biometrischen Risiken häufig. Entscheidend für das Underwriting ist die schnelle und sichere Ursachenzuordnung. Häufigste Ursache für Transaminasenerhöhungen ist der Lebensstil des Antragstellers, der sich durch eine reichliche Nahrungsaufnahme mit dem Konsum von Alkohol auszeichnet. Da mit den erhöhten Werten immer ein „Leberzellschaden“ verbunden ist, wird dem Kunden in der Regel ein erhöhter Beitrag abverlangt, dessen Ausmaß sich an der Höhe der Leberwerte orientiert und in den Manualen der Rückversicherer zu finden ist. Häufig haben besagte Antragsteller ein erhöhtes Gewicht verbunden mit erhöhten Cholesterin-/Triglyzeridwerten und kreuzen bei Alkoholkonsum „regelmäßig“ an, wobei die Angaben zur Menge des Alkoholkonsums in der Regel mit Vorsicht zu bewerten sind. Meist handelt es sich dann um die klassische alkoholische (Steato-)Hepatitis (ASH), die sich von der NASH, der nicht alkoholischen Steatohepatitis, durch die Zufuhr von Alkohol unterscheidet.

Wenn dieser Ursachenzusammenhang sich nicht eindeutig aus den Antragsangaben und den Laborwerten darstellt, die regelhaft mit einer GGT Erhöhung einhergehen oder idealerweise auch einen erhöhten CDT Wert zeigen, muss differentialdiagnostisch eine Ursachenabklärung erfolgen. Neben den chronischen Hepatitiden B und C sind auf jeden Fall autoimmune Lebererkrankungen, wie die autoimmune Hepatitis (AIH), die primär biliäre Zirrhose (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) auszuschließen, da sie in der Regel mit einem sehr stark…

Lebererkrankungen · Risikoprüfung · Hepatitiden