Erschienen in Ausgabe 1-2017

NOTIZEN VOM TAGE

Von Versicherungsmedizin

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ÖKONOMISIERUNG DER MEDIZIN – KRITISCH GESEHEN

Eines der Hauptthemen auf dem 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vom 29. 4. bis 2. 5. 2017 in Mannheim war die Ökonomisierung der Medizin.

Mit dem Leitthema „Versorgung der Zukunft: Patientenorientiert, integriert und ökonomisch zugleich“ nahm die Kongress-Präsidentin Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Direktorin des Zentrum/Innere Medizin/Fünf Höfe in München, hierzu ein grundsätzliches Anliegen der DGIM auf: „Wenn die Indikationsstellung für Diagnostik und Therapie aus ökonomischen Gründen optimiert wird, leidet zunächst das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in unkorrigierbarer Art, und im schlimmsten Fall kann die Ökonomisierung
zur Fehldiagnose und Fehlbehandlung führen, die den Patienten nur schädigt“, betonte sie.

Es sei derzeit und künftig die entscheidende Aufgabe der Ärzteschaft, die Medizin gegen wirtschaftliche Bestrebungen zu verteidigen, forderte Schumm-Draeger. Die Ökonomisierung der Medizin war auch Gegenstand der Plenarvorträge und des Festvortrags auf dem Internistenkongress; Kardinal K. Lehmann beleuchtete die Thematik aus ethischer Sicht.

Dr. Gerd-Marko Ostendorf, Wiesbaden

REGIONALE UNTERSCHIEDE IN DER ÄRZTEDICHTE: EIN INTERNATIONALES PHÄNOMEN

Deutschland weist eine hohe Ärztedichte auf. Sowohl in Bezug auf die Allgemein- als auch auf die Fachärzte liegt es über dem Durchschnitt jener OECD-Länder mit vergleichbarer Wirtschaftskraft (Allgemeinarztdichte Deutschland 1,7/1000 Einwohner, OECD: 1,1/1000 Einwohner, Fachärzte Deutschland: 2,4/1000 Einwohner, OECD: 2,0/1000 Einwohner). Wie eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) belegt, erweist sich die oft diskutierte regionale Ungleichverteilung dieser Ärzte dabei als internationales
Phänomen: Eine höhere Ärztedichte in Ballungsräumen und weniger Ärzte im ländlichen Raum sind in allen betrachteten OECD-Ländern vorzufinden.

Die Niederlassungsentscheidung von Ärzten ist vor allem von den regionalen Jobmöglichkeiten für den Partner, von Bildungs- bzw. Betreuungsangeboten für die Kinder, einer guten Verkehrsinfrastruktur sowie attraktiven Freizeitangeboten abhängig. Der Ländervergleich zeigt, dass Ärzte überall ungleich verteilt sind und dies offensichtlich unabhängig davon, wie die Gesundheitssysteme finanziert werden oder wie die Ärztevergütung ausgestaltet ist. International wird eine Reihe von Maßnahmen in unterschiedlicher Intensität erprobt, um die ungleiche Verteilung von…