Erschienen in Ausgabe 1-2017Trends & Innovationen

Neue operative Methoden in der Herzchirurgie

Von Prof. Dr. med. Harald DreßingVersicherungsmedizin

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

AORTENKLAPPEN CHIRURGIE

Die Aortenklappe befindet sich zwischen dem Ausflusstrakt der linken Herzkammer und der Aorta (Abbildung 1). Sie besteht aus drei halbmondförmigen Taschen, die den Rückfluss
des Blutes aus der Hauptschlagader zum Herzen verhindern. Die Öffnungsfläche der Aortenklappe beträgt ca. drei Quadratzentimeter. Die Aortenklappenstenose ist in Deutschland
und Nordamerika die häufigste Herzklappenerkrankung [1].

BALLON EXPANDIERENDER AORTENKLAPPENERSATZ

Ballon expandierende bioprothetische Aortenklappen wurden hauptsächlich konzeptioniert, um die Operations- und HLMZeit durch Eliminieren der Klappennähte zu vermindern. Statt die Klappe ringsum einzunähen, wird diese lediglich durch wenige Stiche fixiert und durch einen in den Klappenring eingebrachten Ballon, der intraoperativ aufgeblasen wird, implantiert. Beispiele solcher Prothesen, die in Deutschland häufiger eingesetzt werden, sind die „Perceval S sutureless aortic valve prothesis“ (Sorin Group, Italy) und das „Edwards Intuity Self-anchoring Valve-System“ (Edwards Life Scienses, USA) (Abbildung 2).

TRANSKATHETER AORTENKLAPPENIMPLANTATION (TAVI)

In den letzten Jahren hat sich die kathetergestützte interventionelle Aortenklappenimplantation („transcatheter aortic valve implantation“, TAVI) als Therapieoption bei Hochrisiko-Patienten etabliert und wird in Deutschland sehr großzügig und weltweit mit am häufigsten eingesetzt. Sie bietet den wichtigen Vorteil, dass sie ohne HLM einsetzbar ist und perkutan durchgeführt wird. Zur Implantation der Klappen stehen antegrade (über die Herzspitze bzw. transapikal) und retrograde (transfemoral bzw. über die Leistenarterien) Wege zur Verfügung. Nach Punktion der Arterie wird über ein Kathetersystem ein Stent mit einer eingefalteten Klappe an die Position der nativen Aortenklappe vorgeführt und unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle in der gewünschten Position freigesetzt. Die Aufgabe des Stents ist es, die alte Klappe zur Seite zu drücken und die neue biologische Klappe zu verankern.

Nach Analyse des deutschen Aortenklappenregisters konnte gezeigt werden, dass die Sterblichkeit noch während des Krankenhausaufenthalts 2,1 % für einen isolierten Aortenklappenersatz sowie 5,1 % für eine TAVI betrug [1]. Die Autoren fügten hinzu, dass 2011 ein Anstieg der Aortenklappeneingriffe von 7,3 % zu verzeichnen war, was vermuten lässt, dass ein deutlicher Anteil auf TAVIs entfallen ist. Deutschland ist mit 46 % aller TAVI-Implantationen in Europa führend [7]. Die Anzahl…

Gutachten · Neurowissenschaftliche Begutachtung · Qualitätsmerkmale